Die Geschichte der Schule zu Woldert

Schon im Jahre 1799 konnten die Bewohner von Woldert stolz auf Ihre eigene Fillialschule blicken. Damals unterrichtete dort Johann Ernst Beyer, der aus Rodenbach stammte. 18 Kinder hätten in der Schule sein sollen. Der Lehrer bekam jährlich 7 Rtl. Pfarrer Mees (Freirachdorf) besuchte diese Schule und war wohl mit allem zufrieden.
Weil die Chroniken der Schule verloren gegangen sind (bis 1952) lässt sich nur mühsam ein Bild schulischer Vergangenheit entwerfen.

Die erste Schule war in dem alten Hause Seitz (später Eduard Seitz) Teilweise wurde dieses Haus schulisch, teilweise privat genutzt. Noch um 1840 (und später) unterrichtete dort Lehrer Mahler(aus Niederdreis) 
Der rührige Bürgermeister Christian Neitzert (Steimel) verkaufte diese Schule und lies im Jahr 1852 eines neues Schulhaus erbauen.
Später also (nach1911) ging diese Schule in das Eigentum der Familie Bitzer über. Es gab bereits in der Schule eine Lehrerwohnung. Der Schulraum befand sich im ersten Stock.

oben v.l.: Willi Velten Kurt Müller Ernst Wengenroth 
Siegfried Hoben Wolfgang Schmidt Erwin Senft Edmund Wilke Erika Schmidt Erwiene Runkler Marlene Heinrich Helga Thran Rosalinde Melsbach Mari Flatt Irene Groß Irmgard Melsbach Marliese Velten Hildegard Noll  Maragarete Schwinn 

Mitte v.l.:  Heimi Velten Helmut Flatt Fri.Wienke Erwin Velten 
Willi Velten Erhard Stein Horst Kolb Erika Pfeiffer Luise Schneider Emma Zerres  Sophi Flatt Anita Henn Emmi Schmuck Christa Lotz Anneliese Tettinger Renate Kambeck Christel Nies Ursel Stein

unten v.l.:   Rosemarie Wagner Elke Stein Günter Klein 
 Ottfried Zerres Willi Hommer Hennes Jakobi Günter Hering Willi Stein Luise Müller Ute heinrich Gisela Geisweid Irmeli Fischer Horst Henn Annliese Kolb Gerd Schmidt Klaus Britz Friedel Melzbach Ernst Flatt Brigitte Velten  Magdalene Velten 

Schulhof Woldert Lehrer Geisweid

Lehrer Schneider, der noch in der ersten Schule die Kinder betreute, wechselte sodann in die zweite Schule, wo er noch 1883 angetroffen wurde. In dieser Zeit löste in nämlich Lehrer Schmitz ab, der bis 1885 dort blieb, aber keine Spuren hinterließ.
Um die Jahrhundertwende erinnerten sich die Bewohner von Woldert, das Lehrer Moog von 1885 bis 1890 sich um die ihm  anvertrauten Kinder sehr verdient gemacht hätte. Ihn löste sodann Lehrer Gekeler ab, der aber sogleich dartat, das Woldert für Ihn nicht die Stätte eines langen Bleibens sein könnte.
Somit verwunderte es niemanden dass im Jahre 1894 Herr Drexler aus Neuwied hereilte, um die Wolderter Schule fortan zu verwalten.
Schon 1897 wechselte dieser Lehrer nach Etbach(Hamm/Sieg) und lies sich von Freudenau ablösen.
In dieser Zeit bekundeten die Lehrer vor allem ihre Treue zu Kaiser und ergingen sich in vielen Feierlichkeiten. Es gelang Ihnen, die Schulpflicht bei allen durchzusetzen. Deutlicher wird das Bild der Wolderter Lehrer nach 1903. In diesem Jahr erschien nämlich Lehrer Mertgen (bis 1909) Es bleibt ein Geheimnis, auf welche Umstände sich seine bleibende Beliebtheit zurückführen ließ. Mithin erwartete den Lehrer Neitzert 1909- in Woldert bis 1913 tätig- keine allzu große Begeisterung.
Er verschwand auch bald aus der Erinnerung der Bewohner. Er wurde 1913 zum Militär gerufen, so dass seine Tätigkeit ein unvorhergesehenes Ende fand. Inzwischen war in Woldert 1911 die dritte Schule eingerichtet worden. In schwerer Zeit hatte die Bürgermeisterei dafür große Opfer erbracht. Als jedenfalls Arabin 1913 als neuer Lehrer nach Woldert kam, wirkte er an dieser bestens ausgestattet Schule.
Arabin hatte seinen Militärdienst schon geleistet, daher wurde er sogleich bei Kriegsausbruch einberufen. Mithin war während des ganzen Krieges die Wolderter Schule unbesetzt. Die Lehrer der Nachbarorte kamen in dieser Zeit abwechselnd zur Vertretung. Nach dem Ende des Krieges nahm Arabin seinen Dienst wieder auf und blieb in Woldert bis 1920. Er ging dann auf eigenen Wunsch nach Oberdreis.
Alle Hoffnungen richteten sich nun (1920) auf den kommenden Lehrer Haack. Er durchlebte mit den Menschen zu Woldert schwere Tage. Trotz eifrigen Bemühens in seinem Dienst stellten sich gelegentlich Reibereien mit den Eltern ein. Schließlich zwang in 1936 die zunehmende Kritik an seiner Person, Woldert zu verlassen. Er ging wohl schweren Herzens. Lehrer Kannegießer löste den Vorgänger ab; jedoch wurde er sogleich nach Beginn des Zweiten Weltkrieges einberufen. Verdient machte er sich um den Bau des Jugendheimes.
Nun wiederholte sich in Woldert während der Kriegszeit das zuvor über den ersten Weltkrieg Gesagte: Vertreter waren wiederum die Lehrer aus den nachbarorten. Der große Krieg hinterließ in den Familien Trauer und Entsetzen über das Geschehen in dieser grausamen Zeit. Und dennoch es musste wieder ein Anfang gefunden werden.
Von 1945 bis 1947 wurde die Wolderter Schulstelle von den Lehrerinnen Adams und, Schreiner und Herrn Fink (Niederhofen) vertreten, bis 1947 Lehrer Geisweid zu Fuß von Siershahn nach Woldert kam, denn die Eisenbahn Engers-Siershahn-Altenkirchen war noch nicht in Betrieb. Der Ort hatte keine zerstörenden Kriegseinwirkungen erlitten. Der neue Lehrer tat sich schwer, eine Wohnung zu erhalten. Sogar für Ihn- wie in alten Zeiten- der Wandertisch auf, also von Haus zu Haus ziehend, um dort zu essen. Die Schulwohnung war anderweitig vermietet und bleib es zunächst auch. Überhaupt- so erzählte der Lehrer jener Zeit-glich alles eher einer Ruine.
Bis zu seinem Weggang (1952) erreichte der Lehrer die Umwandlung des angetroffenen Chaos in einen durchaus erträglichen Zustand, dabei seine Kräfte bis zu Erschöpfung einsetzend. Die Zahl der Kinder betrug 1947 noch 56, mit fallender Tendenz. Lehrer Gerards trat 1952 (01.07.) seinen Dienst in Woldert an, nachdem Geisweid nach Altwied versetzt worden war. Auch der neue Lehrer klagte über die wohnlichen Verhältnisse.
Die Weihe des neuen Waldfriedhofes und des Ehrenmals 1954 war sicherlich ein Höhepunkt in dieser Zeit. Alle waren gekommen: Der Amtsbürgermeister Blum, Pfarrer Bub (Puderbach) die örtlichen Bürgermeister Weingarten (Hanroth) Öttgen (Hilgert) Klaas (Niederdreis) und Müller (Weroth). Der Wolderter Bürgermeister Zerres ehrte die Toten. Dann lasen die Umstehenden nach der Enthüllung des Ehrenmals die Namen der Ihnen so vertrauten Toten: Eine Stunde des Gedenkens und der Tränen.
16 Tote im Zweiten Weltkrieg und 6 Vermisste. 
Frau Bachenberg war mittlerweile in die Jahre gekommen und erteilte nach 1957 nicht mehr den Unterricht in Handarbeit; daher übernahm Frau Stiewe (Brubbach) ihren Dienst.
Das erste Anzeichen sich einer bald veränderten Schulzeit war schon 1962 wahrzunehmen. In Puderbach wurde in diesem Jahr eine Hauptschule eingerichtet, ei  7.Schuljahr (Lehrer Blum) und ein 8. Schuljahr (Lehrer Aufderheide); dorthin schickten die Schulen von Puderbach,Muscheid,Daufenbach,Reichenstein,Brubbach,Niederwambach,Weroth,Woldert und Hanroth die in Frage kommenden Kinder. Aus Woldert damals : Werner Hachenberg und Inge Hermes (7.Schj.) sowie Bernd Hachenberg, Kurt Öttgen, Klaus Velten, Gerd Dieter Wagner und Marita Klauser (8 Schj.) Bereits 1966 beschliss die Menschen zu Woldert die ungewisse Ahnung, dass die einklassige Schule bald aufgelöst werden könnte. Man war allenthalben zum wiederstand entschlossen. Bald entsandt das   Zauberwort jener Tage: Mittelpunktschule. Schon (1966) waren die Schulen in Weroth, Niederwambach, Breitscheid und Reichenstein aufgelöst. Lehrer Gerards starb 1967 (16.09.) überraschend. Das 5./6. Schuljahr ging nunmehr nach Puderbach. Die eigentliche Grundschule (1. bis 4. Schj.) verbleib in Woldert (30Kinder). Ab 1968 (31.03.) traf man in Woldert Lehrer Hans Massmann. Und 1969 (01.08.) wandelte sich die anfängliche Ungläubigkeit der Menschen in Woldert in eine lähmende Gewissheit: die Kinder der Wolderter Schule waren nach Puderbach überwiesen.


„(Quelle: vom Holzbach zur Wied, Albert Hardt)"